Neue Handreichungen für Vergabeverfahren bei Holzbauprojekten
Holzbauweisen liegen im Trend. Damit öffentliche Ausschreibungen dafür rechtssicher gestaltet werden und die Vorteile gewahrt bleiben, gibt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Hilfestellung.
Im Holzbau werden häufig serielle und modulare Bauweisen verwirklicht. Damit öffentliche Auftraggeber die Besonderheiten dieser Fertigung frühzeitig in ihren Vergabeverfahren berücksichtigen können, könnten zwei neue Publikationen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) wertvolle Tipps geben. Die Hefte „Planungsleistungen bei Holzbau-Vergaben“ und „Losbündelung bei Holzbau-Vergaben“ stehen zum Download zur Verfügung.
„Die Publikationen bieten rechtliche Grundlagen und Praxisbeispiele für funktionale Leistungsbeschreibungen, Verhandlungsverfahren und die vergaberechtskonforme Bündelung von Fachlosen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Da bei der Holzbauweise unter anderem das Ausmaß an Vorfertigung zu den Vorteilen beitrage, könnten die klassischen Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) nicht in Reinform angewendet werden.
Fachübergreifendes Herangehen berücksichtigen
Es müsse vielmehr früh in der Planungsphase fachübergreifend gearbeitet werden – also mit den produzierenden und den ausführenden Betrieben Hand in Hand. Dies abzubilden, sei im bestehenden Vergaberecht.
Quelle
- Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe: https://news.fnr.de/fnr-pressemitteilung/zwei-neue-handreichungen-der-fnr-erleichtern-oeffentliche-holzbau-vergaben
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