Junge innovative Unternehmen reagieren auf kriterienbasierte Vergaben
Öffentliche Auftraggeber, die Start-ups zur Teilnahme an Ausschreibungen bewegen wollen, müssen vom reinen Preiswettbewerb Abschied nehmen. Das hat das ZEW in einer neuen Studie herausgefunden.
Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim stellte fest, dass Ausschreibungen mit Kriterien wie Umweltaspekte oder Innovationen zusätzlich zum Preis „mit einer häufigeren Bewerbung und einem häufigeren Zuschlag innovationsorientierter junger Unternehmen verknüpft“ seien, so die Forscher.
Aus seinen Untersuchungsergebnissen leitet das ZEW folgende Empfehlungen für die Vergabestellen ab:
- Kriterienbasierte Vergaben gezielt ausweiten, um mehr Innovationspotenzial in ihr Beschaffungsvolumen zu integrieren.
- Die Sichtbarkeit von Innovation in den Angeboten erleichtern. Vergabestellen könnten dafür zum Beispiel entsprechende Zuschlagskriterien formulieren, auf die die Angebote einzahlen müssten.
- Eintrittsbarrieren für kleine Unternehmen senken. Einkäufer, die möglichst viele Unternehmen erreichen wollen, machen es Start-ups durch eine konsequente Losaufteilung, verhältnismäßige Qualifikationsanforderungen und einfache Verfahren leichter, an Ausschreibungen teilzunehmen.
Die ZEW-Untersuchung basiert auf 4.260 Unternehmen, die maximal sieben Jahre alt waren. Seit ihrer Gründung hätten sich 16,3 Prozent davon mindestens einmal auf eine öffentliche Ausschreibung beworben. 10,4 Prozent erhielten mindestens einen Zuschlag.
Quelle
- Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW): https://idw-online.de/de/news875235
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